#WeAreFast 2: Mit einer MagLev Tastatur reibungsfrei programmieren

 

Heute setzen wir die Reihe #WeAreFast fort, um so einen besseren Eindruck unserer Mitarbeiter und unserer Online Agentur in Düsseldorf zu vermitteln, denn wir können nicht nur Liferay Unternehmensportale realisieren. 

Wie schon an anderer Stelle angemerkt, ist unser Team ein Schweizer Taschenmesser und so möchte ich mich heute als neuester Mitarbeiter vorstellen und einen Einblick geben in die spannende Welt der selbstgebauten Computer Tastaturen. Damit beschäftige ich mich nun schon seit geraumer Zeit und wer einmal seine eigenes Keyboard zusammengeschraubt hat, wird nicht mehr zur Massenware von Cherry, Logitech & Co. greifen. 

Tastatur-Bauweisen

Zunächst möchte ich kurz die verschiedenen Bauweisen vorstellen. Es wird hauptsächlich zwischen zwei Tastatur Typen unterschieden: Gummimembran (rubberdome) und mechanische Tastaturen (kurz: mecha). Im Vergleich zur rubberdome Tastatur bieten Mecha´s einige Vorteile. Der größte ist meiner Meinung nach die praktisch unendliche Anpassungsfähigkeit. Zum Beispiel die Bauform der Tastatur. Hier gibt es z.B. die Auswahl zwischen einer vollen Tastatur, einer Tenkeyless (TKL) ohne Nummernblock oder Planck mit 4 Reihen zu je 12 Tasten, die frei belegt werden können.

Switch-Bauweisen

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bilden die Switches. Als Standard Bauform hat sich Cherry´s MX Switch im Markt etabliert. Verbreitet sind hier drei Switch-Arten:

  • Linearer Switch: Der lineare Schalter ist wohl der bekannteste. Der Switch hat während des gesamten Weges bis zur Auslösung den gleichen Widerstand - deshalb linear. 
  • Taktiler Switch: Der taktile Schalter hat einen spürbaren Widerstand beim Tippen und löst erst aus, wenn der Widerstand überwunden wurde.
  • Clicky Switch:  Der Klick-Schalter verhält sich wie der taktile Switch hat jedoch noch zusätzlich zum taktilen einen hörbaren Klick. 

Darüber hinaus sind den eigenen Vorlieben und der Kreativität keine weiteren Grenzen gesetzt. Soll das Gehäuse aus Aluminium, Plastik oder sogar Holz sein? Kein Problem, das ist alles schon machbar.

Kosten & Verschleiß

Doch die Individualität alleine war für mich nicht entscheidend, um mich mit DIY-Keyboards zu befassen. Ebenso Interessant für mich als Programmierer ist die Haltbarkeit der Tastatur. Mecha´s halten mit Ihren 50 bis 100 Millionen Klicks pro Switch im Vergleich zu Rubberdome Tastaturen mit Ihren 5 bis 7 Millionen Klicks deutlich länger. Dabei ist zu erwähnen, dass ein Programmierer, der 8 Stunden pro Tag am Rechner sitzt jährlich in etwa 2-3 Millionen Tasten-Anschläge generiert - und in einem Jahr ca. 8.000 Mausklicks. 

Zwar sind die Anschaffungskosten sind für eine hochwertige Tastatur teilweise deutlich höher - so kann man z.B. ganz leicht 200€ für ein ordentliches mechanisches Computer Keyboard hinlegen, wohingegen man eine ordentliche Rubberdome Tastatur schon für 20€ bekommt, doch ich persönlich finde, dass der Preisunterschied auf die Nutzungsdauer vernachlässigbar ist.

MagLev Switch

Da wir nun Wissen, was die Hauptunterschiede zwischen den Tastatur- und Schalter-Bauarten sind, möchte ich zuletzt auf einen etwas exotischeren Switch eingehen, den Magnetic Levetation MX Switch with HAL Sensor (MagLev MX Switch), den ich persönlich bei meinen Builds bevorzuge.

MagLev Switches gibt es schon eine ganze Weile und zählen zu den linearen Switches. Das Funktionsprinzip basiert auf zwei Magneten, die sich in einem begrenzten Bereich gegenseitig abstoßen, sodass der Stem, d.h. der Teil des Switches, der sich mit der Tastenkappe verbindet, schwebt.

Spannend wird es nun. Denn zuletzt ist es einem GitHub Nutzer namens Famichu gelungen, einen MagLev Switch zu entwickeln, der nicht nur in ein MX Switch Gehäuse passt, sondern auch noch einen HAL-Effekt Sensor verwendet. Dadurch das der HAL Sensor nun zwischen den Magneten sitzt, werden die Magnete bei Tastendruck näher aneinander geführt und heben sich immer weiter gegenseitig auf. Dabei misst der Sensor das Magnetfeld und löst ab einem selbst definierten Wert schließlich den Tastendruck aus.

Um den HAL-Effekt Sensor zu verwenden hat Famichu zusätzlich ein Micro PCB entwickelt, der im Switch selbst eingebaut wird und auf dem der HAL-Sensor aufgelötet ist. Da Famichu alles auf GitHub unter der MIT Lizenz zur Verfügung gestellt hat, wird nur ein 3D-Drucker benötigt, um sich selbst solche Switches zu bauen. So wird mir in den nächsten Wochen definitiv nicht langweilig.